Das X- Bein und das O-Bein

Beinachsenkorrektur

 

Manche Patienten leiden unter belastungsabhängigen Innen- oder Aussengelenksschmerzen am Knie. Diese entstehen bei Überbelastungen durch Beinachsenfehlstellungen.

 

 

Im Falle des O-Beines wird die Innenseite überlastet, im Falle des X-Beines die Aussenseite. Diese Fehlstellung kann angeboren sein oder nach einem in falscher Position verheilten Knochenbruch entstehen. Es kommt dann zunächst zu einer einseitigen Meniskusabnutzung (Meniskusschaden) weiter zu einem Knorpelschaden mit allfälliger Arthrose.

 

Meist damit verbunden sind Anlaufschmerzen, Wetterfühligkeit und belastungsabhängige Schmerzen auf der erkrankten Seite, gelegentlich auch Schwellungen und Steiffigkeitsgefühl.

 

Die Diagnose wird durch die klinische Beurteilung der Beinachsen erhoben und mittels Röntgenbild (Ganzbeinaufnahme)  objektiviert. Gelegentlich wird zur genauen Beurteilung der Menisken und des Knorpels noch eine MRI Untersuchung angefügt.

 

In den Fällen, wo eine nicht allzu fortgeschrittene Abnutzung/Arthrose vorliegt und insbesondere die gegenüberliegende Kniegelenksseite noch über eine  gute Knorpelschicht verfügt,  lässt sich die übermässige Fehlbelastung durch eine Beinachsenkorrektur gut behandeln. Dabei wird mittels "Osteotomie"   (knöchernen Korrekturschnitt), die Hauptbelastungszone zur gesunden Seite hin verschoben und somit die überlastete Zone entlastet.

 

Die Operation wird minimal invasiv durchgeführt: beim O-Bein durch einen 7 cm langen Hautschnitt am inneren Schienbeinkopf, beim X-Bein durch einen entsprechenden Schnitt auf der äusseren Seite des knienahen Oberschenkels. Dabei wird der Knochen angesägt und mit einem Spreizinstrument erfolgt das Aufspreizen des Knochens bis zur gewünschten Korrektur. Diese wird vor der Operation genau bestimmt und  dann mit einer winkelstabilen Titanplatte gehalten und fixiert.

 

Sie treten am Operationstag ein, und die Operation wird in  Teilnarkose der Beine (Spinalanästhesie) durchgeführt. Sie dürfen nach der Operation sofort an Stöcken nach Massgabe der Beschwerden belasten. Sie benötigen die Stöcke 6 Wochen. Nach 3 Tagen verlassen sie das Spital. Bis zum hinkfreien sicheren Gangbild dauert es ca. 3 Monate.

 

In einem Jahr wächst der eigene Knochen in den Spalt hinein, und die Metallentfernung kann geplant werden. In der Regel ist diese notwendig, da das Metall stört.