Die Malleolarfraktur

 

Frakturen des Sprunggelenkes sind sehr häufige Verletzungen. Meistens entstehen sie durch einen Misstritt oder Fehltritt (z.B in ein Loch oder über eine Stufe). Am häufigsten ist dabei der Aussenknöchel betroffen. Bei grösserer Krafteinwirkung und komplexem Unfallhergang kann es auch den Innenknöchel oder seine Bänder betreffen. Da die meisten Brüche  gelenknahe oder gelenkbeteiligend sind, ist bei einer Verschiebung der Bruchstücke eine möglichst anatomische Rekonstruktion wichtig, da es sonst langfristig zu Arthrose führt.

 

 

Bei einer Malleolarfraktur schwillt der Fuss meist sehr schnell stark an und es bildet sich einen Bluterguss. Es kommt zu einer schmerzhaften Bewegungseinschränkung und zu einem lokalen Druckschmerz über dem Bruch selber. Bei massiver Verletzung der Sprunggelenksgabel kann es zu einer Fehlstellung gegenüber dem Unterschenkel  kommen.

 

Die Diagnose des Bruches wird meist mit einem Röntgenbild gestellt. Bei Unklarheit betreffend des Frakturverlaufs oder Verletzungen der Bänder / Sehnen / Knorpels wird zusätzlich eine Computertomographie oder eine MRI Untersuchung gemacht.

 

 

 

 

Konservativ d.h. ohne Operation können nur diejenigen Brüche behandelt werden, die unverschoben sind. In diesem Fall kann mit einem "Vacoped" Stiefel die Ruhigstellung während 6 Wochen durchgeführt werden. In dieser Zeit benötigen sie eine Tablette für den Thromboseschutz.

Operativ müssen alle anderen, verschobenen Brüche behandelt werden. Der Zeitpunkt für die Operation entscheidet sich anhand der Schwellung des Fusses. Tritt die Versorgung rasch nach dem Unfall ein, kann meist unmittelbar operiert werden. Ist aber die Schwellung bei der Notfalluntersuchung zu gross, muss, unter strenger Einhaltung einer Hochlagerung des Beines, zugewartet werden bis die Schwellung abgenommen hat. Die Operation kann in einer Teilnarkose der Beine (Spinalanästhsie) durchgeführt werden. Dabei wird der Bruch gerichtet und mittels Schrauben und Platten stabilisiert. Sie dürfen, je nach Verletzungsmuster, danach nicht sofort das Bein voll belasten und erhalten zur Ruhigstellung einen Vacoped (s.Bild). Sie bleiben solange im Spital mit relativer Bettruhe (Bein hochlagern), bis die Narben reizlos sind und die Schwellung am abnehmen  ist.

 

Nach 6-8 Wochen ist der Bruch genügend verheilt, dass sie zunehmend wieder vollbelasten dürfen und die Stöcke weggelassen werden können. Bei den einfachen Brüchen, die nur den Aussenknöchel betreffen, dürfen sie  bereits nach 2 Wochen mit der Vollbelastung und dem stockfreien Gangbild beginnen , d.h. eine frühfunktionelle Behandlung. Zum Schutz wird eine Airloc Schiene (s.Bild) getragen.